Über

Warum ich fotografiere?
Weil ich Nähe suche. Nicht Reichweite. Und weil ich mit Bildern zeigen will, was Worte oft nicht greifen: Präsenz, Stolz, Verletzlichkeit, Würde.

Angefangen hat alles in der Dunkelkammer – damals noch in der Schule, später bei der Bundeswehr. Ich war der Einzige, der das Labor nutzte. Damals analog, später digital – aber das Medium ist nur Technik. Was zählt, ist der Blick.

Nach Jahren des Knipsens, Experimentierens und Ausprobierens fand ich über einen Portrait-Workshop zurück zur bewussten Fotografie: Licht setzen, mit Menschen arbeiten, gemeinsam kreative Ideen entwickeln. Kein Shooting ohne Vorbereitung – Konzept, Kommunikation, Storyboard. Die besten Bilder entstehen, wenn es einen Plan gibt, der sich vor der Kamera verändern darf.

Porträts, Mode, Akt – was mich interessiert, sind Menschen.
Nicht als Objekt, sondern als Gegenüber. Ich mag klare Kompositionen, aufgeräumte Szenen, kontrolliertes Licht. Und ich reduziere gern – auf das Wesentliche, auf eine Geste, auf einen Ausdruck. Deshalb behalte ich oft nur ein einziges Bild pro Motiv. Varianten langweilen mich schnell. Die Entscheidung, welches bleibt, ist Teil des Prozesses.


Warum ich Akt fotografiere

Zwischen Licht und Schatten, Form und Gefühl begann für mich eine stille Faszination – die Entdeckung des nackten Körpers als Leinwand für Ausdruck, Würde und Schönheit.

Mein Einstieg war ein Workshop – mit professionellem Trainer und einem selbstbewussten weiblichen Model, das ganz natürlich mit der Situation umging. Dabei wurde mir klar: Nacktheit ist kein Thema. Was zählt, ist der fotografische Blick – Licht, Pose, Ausdruck. Erotik spielt keine Rolle. Es geht um Gestaltung, nicht um Aufladung.

Mich interessiert die Vielfalt des menschlichen Körpers. Jeder Mensch bringt etwas Eigenes mit – und meine Aufgabe ist es, das sichtbar zu machen. Schönheit ist für mich nicht genormt. Es gibt keine „hässlichen“ Körper – nur Bilder, die nicht funktionieren. Und wenn ein Bild nicht funktioniert, liegt das an mir.

Kleidung ist unser tägliches Kostüm. Sie begrenzt, kodiert, schützt. Der nackte Körper dagegen ist ungewohnt – und gerade deshalb faszinierend. Aus wenig etwas Starkes schaffen – das ist für mich der Reiz. Viele Models erleben das sogar als befreiend: Ohne Kleidung, ohne Rolle, ohne Maske. Einfach da.

In meinen Bildern geht es um Präsenz und Selbstbewusstsein. „Schau, ich bin nackt – und mir gefällt das.“ Diese Haltung inspiriert mich. Ich lehne entmündigende Posen ab – kein Blick von oben, keine Unterwerfung. Newton ist ein Vorbild: Seine Frauen sind stark, stolz, unübersehbar.

Respekt ist das Fundament meiner Arbeit.
Ich schaffe einen geschützten Raum: Bademantel, Slipper, Getränke, Ruhe. Und die wichtigste Regel lautet: Don’t touch the model. Vertrauen ist alles.

Natürlich begegne ich Vorurteilen. Als weißer, männlicher Fotograf über 50 passe ich zu gut ins Feindbild vieler Kritiker. Aber ich arbeite mit Anspruch – und jedes Bild verlässt mein Studio nur mit dem Okay meiner Partnerin. Was ich zeige, soll Haltung und Würde transportieren.

Denn Aktfotografie ist nicht Pornografie. Der Unterschied liegt in der Sorgfalt – in der Gestaltung, im Spiel mit Licht, Schatten und Unschärfe. Pornografie zeigt alles. Aktfotografie lässt Raum.

In meinen Bildern geht es nicht um Haut. Sondern um Haltung.